Dienstag, 11. Mai 2010

Eigene Bildkritik im Nachhinein muss sein!

Angeregt durch ein Video von Martin Krolop http://www.krolop-gerst.com/blog/
möchte ich mich heute mal mit dem Thema Bildkritik im Nachhinein befassen!

Etwas gleich vorweg. Bis vor kurzen hab ich im Studio noch via Histogramm die Belichtung meiner Bilder vorgenommen! Das ist mühselig, zeitaufwendig und nicht wirklich zielführend, da ich das vorhandene Licht immer subjektiv aus den Balkendiagramm abgelesen habe!

Das ändert sich ab jetzt, da ich mir einen vernünftigen Belichtungsmesser zugelegt habe! Ich möchte darauf nun nicht mehr verzichten, da ich auch ohne ein Model hinzustellen sofort objektiv die vorhandene Lichtmenge ablesen kann!

Mein Tip:
"Wer im Studio arbeitet, kommt früher oder später um einen Belichtungsmesser nicht herum!"

Nun aber zum eigentlichen Thema!
Nun geht es wahrscheinlich jedem so, das man bei der Betrachtung der Bilder im nachhinein auf einmal Fehler entdeckt, die man hätte nicht machen sollen, oder die einem wenigstens hätten als Fotograf auffallen sollen!
So auch bei mir...
Jetzt kann der eine zwar wieder sagen, das Photoshop gewisse Sachen retten kann. Aus meiner Sicht, kann es aber nicht Sinn und Zweck sein, das ich im Nachhinein ewig bearbeiten muss um meine Patzer beim fotografieren verschwinden zu lassen!
Darum greif Ich mir heute mal ein Bild aus einer Serie heraus und werde mal Fehler betrachten und aufzeigen, sowie was mir besonders gut gefällt!

Hier das Beispielbild:

Das Bild ist "Out of Cam" und wurde mit 5 Blitzen aufgenommen!
1 Hauptlicht, in Form einer Octabox hinter mir! 2 Streiflichter, in Form von 2 Striplights schräg hinter dem Model. 1 Haarlicht, welches eine kleine Octabox war über dem Model! Und der letzte Blitz war ein Normalreflektor mit Grid (Wabe) für den Hintergrund!

Das als Eckdaten für die nun folgende genauere Betrachtung des Bildes!

Fangen wir am besten mit den negativen Punkten an!

Was gefällt mir nicht:
  1. Die Ausleuchtung des Hintergrundes! Gewollt war eine spotartigere Ausleuchtung hinter dem Model. Ich hätte also besser einen Tubus als Aufsatz für den Blitz nutzen sollen!
  2. Ich hätte statt der Octabox, lieber einen Dish nehmen sollen, der die Plastität des Models, sowie der Kleidung besser zur Geltung gebracht hätte.(Natürlich schräg von oben) Dies hätte aber einen Verlauf auf das Model gezaubert. Ich denke in dem Fall wäre ein 6ter Blitz mit Dish als Hauptlicht und der Octabox als Fülllicht die bessere Lösung gewesen. Hab ich aber nicht gesehen, also muss ich damit leben.
  3. Der Fall des Kleides unten! Durch den weiten Fall und dem relativ engen Bildausschnitt kommt es dem Betrachter so vor, als wenn das Model doch relativ kräftige Hüften hat, was in Wirklichkeit nicht so war!
  4. Der kleine Finger Ihrer linken Hand, ist abgespreizt!
  5. Der Faltenwurf auf Brusthöhe, hätte besser gelegt sein können! Aber auch das hab ich nunmal nicht gesehen!
Doch nicht alles ist ja gleich schlecht!


Was hat mir gut gefallen:
  1. Die eng angelegten Haare, lassen Effektlichter gut zur Geltung kommen und trennen das Model optimal vom Hintergrund ab.
  2. Der direkte Blick in die Kamera, spricht den Betrachter direkt an!Ich finde gerade solche Blicke in die Kamera extrem faszinierend, weil ich mich sofort als Betrachter angesprochen fühle
  3. Der intensive, aber doch distanzierte Blick des Models, passt gut mit der Farbichkeit des Bildes zusammen, die durch Grau- und Blautöne eine kühle Stimmung unterstreichen
  4. Der Nasen- sowie der Kinnschatten fallen meiner Meinung nach optimal und sitzen schön zentral. Einzig und allein das die Lichtcharacteristik hätte stärker sein können, stört mich hier!
  5. Was mir noch gut gefällt ist das anstellen der Arme.Dadurch finde ich den Bildschnitt optimal genutzt und unterstreiche den grazielen Körper meines Models!
  6. Was ich sonst noch gut finde, ist der enge Schnitt oben, sowie unten, wobei man dabei eben das Outfit beachten sollte.
Alles in Allem gefällt mir das Bild recht gut! Dennoch muss Ich gestehen, das mir 2-3 größere Patzer hätten auffallen sollen!
So ist das nunmal...Aber man muss seine Bilder eben auch mal nieder machen können!!!

Ich hoffe Ihr konntet aus diesem Beitrag auch etwas für Euch mitnehmen und betrachtet Eure Werke auch mal aus einem anderen Licht!
Mir hats zumindest wieder geholfen, gerade was konstruktive Kritik angeht, denn nur ein "schlecht machen" eines Bildes bringt demjenigen wenig. Besser Ihr sagt ihm auch, was Ihr anders gemacht hättet und auch warum!

In dem Sinne,
Alles Gute
Micha

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