Freitag, 29. Juli 2011

Gedanken-2: „Wer jedermann dient, bekommt von keinem Lohn.“

Hallo liebe Blogleser,

viel arbeiten und nichts verdienen? Das kann sich heutzutage niemand mehr leisten. Um weiterhin seine Fähigkeiten und Kenntnisse anbieten zu können, braucht man einen Arbeitslohn. Auch der Freiberufler.

Vor kurzem habe ich euch auf einen interessanten Blog aufmerksam gemacht (kunstundso). Einer der Artikel vom Autor Stefan Wabner ist mir besonders ins Auge gestochen, er beschäftigt sich darin mit der Frage, ob und warum auch Freiberufler keine Leistungen umsonst erbringen sollten. Auch uns erreichen in letzter Zeit einige E-Mails mit Anfragen zu diesem Thema – deswegen möchten auch wir einmal Stellung dazu beziehen.


„Zu Beginn seines Eintrags, stellt uns Stefan Wabner in einem Video den Schriftsteller und Drehbuchautor Harlan Ellison vor, der ebenfalls eine sehr gefestigte Meinung zu diesem Thema hat und nicht damit hinter dem Berg hält. Schaut es euch einfach mal an!“







Lohn für Leistung

Das eingangs verwendete Sprichwort zeigt uns auf, dass jemand der für jeden alles macht und sich seines eigenen „Marktwertes“ nicht bewusst ist, letztlich keinen Lohn für seine Arbeit erhält, weil sich dafür niemand zuständig fühlt und er seine Arbeitskraft schon immer kostenlos zur Verfügung gestellt hat – warum sollte ihn dann jemand dafür entlohnen? Leider scheint sich diese Denkweise heutzutage vor allem auch in der Kreativbranche einzunisten. Ist es nicht aber das Grundprinzip von Arbeit, dass man für seine Leistung einen Lohn erhält? Niemand kommt auf die Idee in ein Restaurant zu gehen und den Koch zu fragen, ob er das Essen heute für einen günstiger oder gar kostenlos anbietet. Warum aber beim Fotografen? Denn auch wir bekommen E-Mails von Kunden, die versuchen den Preis zu drücken.

In Aussicht gestellte Aufträge für Leistung?

„Folgeauftrag“ – Das Zauberwort und oftmals benutzte Köder für kostenfreie Arbeit. Letztens einem Bekannten von uns passiert: Er wurde zu einem Auftrag verpflichtet und das zu Konditionen, zu denen wir nicht arbeiten würden. Versprochen wurde ihm, dass bei Zufriedenheit des Kunden weitere Aufträge folgen würden. Was will der Kunde erreichen?

Sich ein Bild von den erbrachten Leistungen machen - das kann er auch bei der Betrachtung der Referenzen in Form von Mappen/Portfolio/Internetauftritt. Ich gehe doch auch nicht in ein Bekleidungsgeschäft und frage nach kostenlosen Hemden oder zusätzlichen Vergünstigungen nur mit der Aussicht, dass ich wiederkomme.
Und meldet sich der Kunde denn tatsächlich wieder? Er wird sich vielmehr einen anderen Fotografen suchen, da sein Prinzip funktioniert hat. Und wenn er wirklich wieder kommt, zu welchen Konditionen wird der Folgeauftrag ausgehandelt, wenn der Kunde bereits die Erfahrung gemacht hat, dass man sich unter Wert verkauft? Geschweige denn gut genug, dass man auch noch den vorherigen kostenlosen Auftrag mitfinanzieren könnte.


Aufmerksamkeit und Werbung für Leistung?

Freie Projekte von Fotografen sind letztlich auch keine kostenlosen Arbeiten. Die von uns gebuchten Modelle – die gebuchten, nicht die anfragenden – werden genauso entlohnt. Wir behandeln das als Auftrag, wie es jeder andere in diesem Bereich auch sehen würde. Der Trend zu kostenlosen Arbeiten schleicht sich vorwiegend aus dem Anfänger-Bereich ein, bei denen die Fotografen noch nicht von ihrer Arbeit leben. Häufig (nicht immer) bekommen Kunden so Qualität zweiter Wahl, weil Wissen und Erfahrung fehlen, doch damit ist allen Beteiligten nicht geholfen.

„Was nichts kostet, ist auch nichts wert“ - doch für einen entsprechenden Lohn, bekommt man ein entsprechendes Ergebnis. Wer sich nebenbei noch anderweitig um seinen Lebensunterhalt kümmern muss, findet auch nicht die Zeit um die gleiche qualitative Arbeit abzuliefern wie ein Selbstständiger. Aber auch wenn Anfänger stets den Fehler machen ihre Arbeit zu Schleuderpreisen zu verkaufen – werden sie doch lernen, dass sie damit den Ast ansägen auf dem sie selbst sitzen. Oftmals ist es besser keinen Deal abzuschließen, oder auf einen anderen Fotografen hinzuweisen, als schlechte Arbeit abzuliefern.


Also Hand aufs Herz und mal drüber nachgedacht: Seht ihr das wie Stefan Wabner und wir? Oder vertretet ihr eine ganz andere Meinung? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

Viele Grüße Micha & Mario

Montag, 18. Juli 2011

SETUP 1: Minimalismus I

Hallo liebe Blogleser. Dieser Beitrag soll den Beginn einer Reihe an Beiträgen ankündigen. Worum wird es gehen? Um langweilige Lichtführung und das Verstehen. Wir möchten das aber immer in einem praktikablen Zusammenhang bringen, damit Ihr als Leser unsere Gedankengänge bei der Fotografie nachvollziehen könnt.

Wobei geht es in diesem ersten Beitrag der Reihe nun genau? Es geht um MINIMALISMUS... und das auch noch in als Beitrag I. Ihr werdet vermutlich darauf schließen können, dass da noch 1-2 Beiträge folgen werden. Dabei bezieht sich das heutige THEMA vor allem auf den:
  • Ausrüstungs - MINIMALISMUS
Schauen wir uns aber im folgenden erstmal dazu ein Beispiel an, um zu verstehen, worum es nun eigentlich geht.
... und nun schauen wir uns die Situation mal genauer an!

Man braucht nicht Unmengen von Technik. Oft reicht eine Kamera + Objektiv.
Ich würde mal sagen, wir erkennen auf dem Bild das es sich um einen sonnigen Tag handelt. Heißt also direkte Sonneneinstrahlung, harte Schatten, harte Kontraste... STOP... Aber doch nicht auf dem Model!?
Auf dem Model erkennen wir eine softe, weiche Lichtführung mit punktuellen harten Lichtern. Was erkennen wir noch? Wir sehen grüne Schwaden, wie Nebel vor dem Model und einen unscharfen Hintergrund.

Kommen wir jetzt zum Denk-Abschnitt. Durch den "Nebel", der eigentlich Blätterwerk ist, wird das Bild in einen Vorder-, Mittel- und einen Hintergrund geteilt. Außer einem Streifen, der im Mittelgrund Scharf ist, verschwimmt das Bild in einer Unschärfe. Das lässt darauf schließen, das mit einer Offenen Blende gearbeitet wurde.

Wie kommt aber diese softe Ausleuchtung zustande, und das an einem sonnigen Tag. Der Tipp ist nicht neu, wir wollen ja auch nicht das Rad neu erfinden. Aber wer genau hinsieht, erkennt dass das Model im Schatten des Baumes steht. Dabei wurde die Aufmerksamkeit des Models so gelenkt, das Sie beim posieren stets im Schatten steht. 
Reflexionen des Licht auf dem Untergrund in den Schatten, aber auch Lichtbereichen der Bäume hellen zusätzlich auf. So wird unser Modell von unten noch natürlich aufgehellt.

Die harten Lichtreflexe auf dem Model, wie sie hier durch das Blätterwerk der Bäume fallen, wurden bewusst in den Bildaufbau mit einbezogen. Sie geben den Bild eine nicht ganz gestellte Atmosphäre mit und sorgen für Natürlichkeit.

Die harten Kontraste im Hintergrund stehen dabei im kompletten Gegensatz zur weichen Ausleuchtung des Models, aber auch der Wahl der Blende. Durch die Unschärfe im Hintergrund, wird so auf das wesentliche des Bildes verwiesen...Nämlich das Model.


Fassen wir nochmal alles in wenige Sätze zusammen. Was wollten wir mit diesem Beitrag erreichen?!

FAZIT: Beginnt einfach eure zusätzliche Technik mal zu Hause zu lassen. Sicherlich hat diese auch ihre Berechtigung, aber sie lenkt gerade den Anfänger, aber auch Uns manchmal vom wesentlichen ab. Nämlich vom Fotografieren und dem Model. Sucht lieber in eurer Location nach Details. Details der Lichtführung, die ein gutes zu einem perfekten Foto machen. 
Denn das Licht ist entscheidend für ein Foto, die Technik unterstützt euch nur bei der Umsetzung eurer Idee.

So das war es für heute... Schreibt uns doch einfach, ob Ihr mit solchen Artikeln was anfangen könnt? Besteht ein Interesse daran, oder bringen sie euch so nix?!

LG 
Micha & Mario

Donnerstag, 14. Juli 2011

Heut kurz und knapp...

Guten Abend liebe Blogleser und viele Grüße aus München. Zur Zeit hab Ich (Micha) gerade viel um die Ohren, um euch trotzdem nicht verhungern zu lassen, gibt es heute ein Bild an dem ich gerade arbeite und einen Link, den ihr euch unbedingt mal ansehen solltet. Bei den Bildern handelt es sich um ein paar Aufnahmen aus dem letzten Monaten.
Aber bevor jetzt zu viel Text und Schwafelei kommt, zeig euch einfach das Bild...

click to enlarge
Linktipp: http://www.kunstundso.com/
Kunstundso.com ist der Blog für Selbstvermarktung, Leidenschaft und kreatives Zeitverdienen. Es erscheinen regelmäßig Artikel über Produktivität, das Leben als Freiberufler und wie man die Ressourcen “Zeit” und “Geld” optimal einsetzt. Wie kann man aus einer Leidenschaft seinen Lebensunterhalt bestreiten? Dieses Ziel umfasst Themenbereiche wie Selbstvermarktung, Gedankenexperimente und Konzentration auf das Wesentlichen. Das fängt bei der Frage an: “Was will ich übetrhaupt?” und hört beim Thema Steuern noch längst nicht auf. Die Leser sind Freiberufler, Selbstständige und Künstler, oder solche, die es noch werden möchten.

See Ya,
Micha

Montag, 4. Juli 2011

Gedanken-1: FORDERND & FÖRDERND gleichermaßen

Quelle: www.canon.de
Hallo liebe Leser und einen wunderschönen Start in die neue Woche! Es hat einen Moment gedauert mit dem neuen Post, dies hatte verschiedene Gründe.
Zum einen hat uns die Vorbereitung des Workshops einiges an Zeit gekostet, den wir aber leider wegen Absagen von Teilnehmern und den dazu führenden zu wenig Interessenten zum geplanten Termin ausfallen lassen mussten.
Davon lassen Wir uns natürlich nicht unterkriegen und sind schon jetzt an der Planung eines neuen Termins dran. Vielleicht klappt es dann bei dem ein oder anderen, den die Infos erst zu spät erreicht haben.

Nun aber zum heutigen Thema:

Angespornt vom "The Impossible Projekt" (Krolop & Gerst), aber auch von Mark Benini, die jetzt nur als Beispiele dienen (es gab noch einige mehr), ist bei mir die Lust nach dem Analogen Bild neben dem digitalen Part neu entflammt. Als Ich Mario davon erzählte, kam von ihm nur positive Resonanz. Also reingreifen in die Vitrine und die Guten Stücke mal abgestaubt.
Eine Aufgabe musste her.
Wir wollten ein Bild analog erstellen, dass ursprünglich in der digitalen Welt mit viel Aufwand in der Bildbearbeitung entstand (Es geht im folgendes Bild) aber auch von der Lichtsetzung schon etwas komplexer war!
Worauf kommt es nun aber an? Was mussten wir genaustens beachten? ....Bewusstere Planung beim Lichtsetzen, genaues einmessen der Blitzleistung, besseres Steuern der Posen,Mimik und Gestik!

Meine Anfänge in der Analogen Fotografie, hatten weniger was mit bewussten Fotografieren zu tun, umso mehr hatte ich mich gefreut als das digitale Zeitalter einsetzte. Nur muss ich jetzt sagen, dass sich die Zahl meiner Auslösungen wahnsinnig nach oben geschraubt hatten/haben. Häufig drückte ich den Auslöser meiner Kamera, ohne bewusst tiefgründig auf das Motiv einzugehen.
Zu wissen, dass man bei einem Kleinbildfilm eben nur 36 Bilder, im Mittelformat (beispielsweise Format 6*7 auf 120er Rollfilm) sogar nur 10 Aufnahmen machen kann, ist schon was Anderes.

Zusammengefasst muss man hier schon sagen... Analoge Fotografie fordert Uns als Fotografen deutlich mehr!

M. Krolop spricht von "FORDERND & FÖRDERND"  (Polaroid), die gleichermaßen nebenbei von statten gehen.

Fordernd: Andere Aspekt der Fotografie treten in den Vordergrund, die beachtet werden müssen
Fördernd: Im Sinne, sich mehr Gedanken im vorraus zu machen

Wenn Wir Analoge Fotografie charakterisieren sollen, wären vermutlich genau diese 2 Verben, aus meiner Sicht die wohl treffendsten.

Was haben Wir nun gemacht. Zum Einsatz kam meine ältere Canon 3000N und mein 85mm-Objektiv.
Die Einstellungen lagen bei etwa Blende 9 oder 10 und 1/125 sec auf Kodak BW 400 cn.

Canon 3000N mit Auslöser auf Stativ
komplexer Aufbau 4 harter Lichtquellen
Ein Ergebnis: (eingescannt vom Negativ - relativ schlechte Qualität, unbearbeitet bis auf leichtes schärfen)

Fühlt Euch doch auch mal ermutigt, zur Analogen Technik zu greifen. Sie schult ungemein, gerade weil jedes auslösen merklich Geld kostet. (Soll nicht heißen das digitales fotografieren nix kostet)
Vielleicht könnt Ihr uns aber auch Eure Erfahrungen im Umgang mit der Analogen Technik mitteilen. Seht ihr das wie Wir, oder vertretet Ihr eine ganz andere Meinung?

Viele Grüße,
Euer Micha