Montag, 16. Juli 2012

Als man...


Als man über den Einsatz von Blitzlicht, noch Schaltpläne aufzeigen musste...
Als man zur Berechnung der Tiefenschärfe noch Professor der Mathematik sein musste...
Als man über Photographie noch mehr zu sagen als zu zeigen hatte...
Als man noch nur EIN Bild in der Minute aufnehmen konnte...
Als man unter einem optimalen Fotostudio noch eine durch Glas lichtdurchflutete Atelierwohnung verstand...
Als man von Vergrößerungen und nicht von Ausdrucken sprach...
Als man noch von Plattenmaterial und nicht von Megapixeln sprach...

            ...dann hat mich wieder das Analog-Fieber angesteckt!! NEIN natürlich nicht...

Es ist Samstag Nachmittag. Der Planet brennt, die Frisur hält und meine Frau und mich zieht es nach draußen. Ein Nachmittag halt, wie viele andere auch. Und doch was Besonderes. Denn einmal im Jahr treffen sich viele der Ehemaligen des Gymnasiums in Planitz zum alljährlichen Schlossfest. An diesem Tag hat meine Frau wieder die Chance  alten Bekannten mal die Hand schütteln und mal schauen was aus der Schule geworden ist in all der Zeit.
Neben der seit Jahren nicht endenden riesigen Baustelle hat die Schule wieder einiges getan um die Gäste herzlich willkommen zu heißen. So gab es einen kleinen Flohmarkt, einen Bereich für die ganz Kleinen und ein Aufgebot an talentierten Musikern, die sich aus den Schülern der Schule zusammensetzten. Eine kleine Modenschau unterstrich dann die Kreativität der Schule, die vor allem musische und künstlerische Profile anbietet.  Bei dem zauberhaften Wetter, war es wohl aber der Eiswagen und die Getränkestände die als Publikumsmagnet aufwarten konnten...
Hinter dem Torbogen war links noch ein kleines Zelt aufgebaut. Darin zu sehen war ein kleiner Stand mit Büchern. Vermutlich alte Lagerbestände der Schulbibliothek, die nun wohl neuen Büchern weichen mussten oder nun nach langer Stehzeit ausgesondert werden sollten. Eine Kiste mit der Aufschrift „Musik & Fotografie“ zog meine Aufmerksamkeit relativ schnell auf sich und lies mich ein wenig zwischen den Büchern stöbern. Schon nach kurzer Zeit fielen mir 12 Bücher in die Hände, deren Einzelpreise zusammen, ein weiteres Betrachten ausschloss.

Ob´s als Paket wohl günstiger wird?!

Der Verantwortliche muss her... Und das schnell...

Nach einigem hin und her, sind wir uns aber dann doch recht schnell einig geworden. Schätzungsweise lagen wir bei dem Thema Photographie wohl auf einer Wellenlänge.

An ihm geht mein größter Dank. Denn dank ihm haben 9, der 12 Bücher ein neues liebes Zuhause, bei einem Liebhaber gefunden.

Das älteste Buch ist aus dem Jahre 1911, mit dem Titel „Anleitung zu photographischen Naturaufnahmen“. 2 weitere Titel sind aus 1920 und 1924 und geben praktische Anleitungen zu photographischen Aufnahmen jeder Art. Dabei werden Themen wie Kameras, Chemie, Studio betrachtet und die Arbeit mit diesen Materialien beschrieben.  
Der Großteil der Bücher ist aber aus den 50ziger Jahren und hat mittlerweile 55 und mehr Jahre auf den Buckel. Dafür ist der Zustand aber noch als gut erhalten einzustufen.














Verabschieden möchte ich mich heute mit einer photographischen Erfahrung, die man damals schon kannte und von der wir auch heute noch viel lernen können:

FLACHE BELEUCHTUNG + KNAPPE BELICHTUNG = FLAUES NEGATIV
Was waren denn EURE letzten Schätze die ihr ausgegraben habt?

Viele Grüße,

Euer Micha

1 Kommentar:

  1. hi, super Text ...gefällt mir sehr gut...
    schönen Abend noch...

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