Montag, 23. Januar 2012

Ich konnt´s nicht lassen...

Es ist schon manchmal merkwürdig wo sich uns alles Möglichkeiten bieten, ein paar spannende Motive aufzunehmen. 

Noch gestern morgen hätte ich nicht gedacht, dass ich am Sonntag auch nur im entferntesten eine meiner Kameras anfasse. Doch auf die Bitte meines Großvaters, sein neustes Schnitzprojekt, eine Tunierkutsche mit 4 Zugpferden abzulichten, konnte mein innerer Foto-Teufel nicht NEIN sagen. Ganz zur Freude meiner Frau, die sich aber schon nach wenigen Minuten zu uns gesellte.
Grund für das Vorbeischauen meiner Frau war der Abschluss der Mal-Arbeiten an der Kutsche, an der sie sich mit beteiligt hatte.



Natürlich blieb es nicht nur bei den wenigen Aufnahmen der Kutsche. Während sich meine Frau mit meinem Großvater unterhielt, starrte ich mit nervösen Finger in den Raum. Er erzählte uns von vergangenen Arbeiten, zeigte uns Skizzen und zeigte uns wertvolle Briefmarken, die er liebevoll in Alben aufbewahrte. Erst jetzt merkte ich, was uns neben der Familie verbindet: Nämlich die Leidenschaft für etwas zu brennen und erst dann Ruhe zu finden, wenn man es erreicht hat.

Mein Großvater ist ein großartiger Künstler, der bereits für sein Lebenswerk als Schnitzer, mit dem "Goldenen Schnitzmesser" ausgezeichnet wurde. Seine Arbeitsstube ist wie eine Reise in die Vergangenheit und eine Welt voller Erinnerungen, die er gerne mit uns teilt. Dabei findet sich allerlei das sich zu fotografieren lohnte. Und das auch noch, nicht mal irgendwo, sondern im Kreise der Familie.

(klick macht groß)


































Kamera: Canon 1Ds
Objektiv: Canon EF 85mm 1:1.8

Mittwoch, 9. November 2011

Was war los...


Warum erschienen die Beiträge in letzter Zeit so unregelmäßig! Ja das ist relativ leicht aufzulösen.
Ich hatte in den letzten zwei Monaten die mündlichen und schriftlichen Diplomhauptprüfungen, die mich zeitlich sehr eingeschränkt hatten.

Eine harte Zeit, in der sehr häufig so ein kleiner Teufel auf meiner Schulter saß und mir liebevoll ins Ohr flüsterte: „Komm schnapp dir die Kamera und geh raus FOTOS schießen.“ 
Doch ich schaffte es standhaft zu bleiben. Ehrenwort. Dafür war es unglaublich schwer gegen den Teufel am ersten freien Wochenende nach den Prüfungen anzukämpfen.
Er riss mich mit und die kürzlich von meinem Großvater geschenkte Belca Beltica I (aus 1951) musste einfach mit in die Stadt. Aber meine Mittelformatkamera musste auch mal wieder mit.

Ach was soll´s... Einen Koffer mit Rollen bepackt und ab in die Stadt. Da braucht man nicht mehr ins Fitnessstudio nach so einem Tag.

Aber der Teufel flüsterte mir auch, dass ich meinen Kollegen und Freund Mario Klötzer anrufen soll, ob er nicht Lust hat mit mir einen gemütlichen Samstag zu vollbringen. So schlugen wir mehrere Fliegen mit einer Klappe. Meine Sehnsucht nach fotografieren konnte gestillt werden. Die Beltica I wurde auf Funktion geprüft und Mario konnte den Arbeitsalltag ein wenig den Rücken zukehren.

Jaaa -  so ein Nachmittag unter Männern mit guten Kaffee und Kameras – einfach unbezahlbar!

Als ich die Ergebnisse unserer geschossenen Polaroids beim Kaffee übern Tisch reichte, kam ein zartes Lächeln beim Mario und ein gewinnendes nicken. „Alles richtig gemacht, würde ich mal behaupten!“

Bis bald,
Micha



Freitag, 7. Oktober 2011

Fotoapparate Versicherungen


Hallo liebe Blogleser,

heute geht es um ein Thema, dass uns sehr am Herzen liegt. Die Fotoapparate Versicherung.

Jeder Fotograf, ob Hobby oder Berufsfotograf, hat sich sicher schon einmal Gedanken gemacht, oder sollte sich mal Gedanken machen, ob solch eine Versicherung nicht auch für ihn sinnvoll ist.

Wir finden, Sie ist es. Wir halten sie nicht nur  für sinnvoll sondern auch wichtig. Für das Hobby selbst oder im Profileben geben wir oft tausende Euro für unsere Technik aus. Nur was ist, wenn etwas kaputt geht oder gestohlen wird, dann ist die Enttäuschung groß und man wäre sicher froh gewesen, wenn man solche eine Versicherung abgeschlossen hätte. Wir kennen genug Beispiele, haben aber auch eigene Erfahrungen, wie schnell doch eine Kamera umgestoßen oder unbeabsichtigt runter gefallen ist.

Nur bei welchem Anbieter sollte man seine Fotoausrüstung versichern?
Da lohnt es durchaus, ein paar Vergleiche durchzuführen. 
Meine Kameraausrüstung habe ich seit vier Jahren bei Pergande & Pöthe versichert und bin damit sehr zufrieden. Bisher hatte ich einen Schadensfall, dieser wurde unkompliziert und schnell abgewickelt. Hier bekommt man kein Geld, sondern die Reparatur bezahlt oder gleich eine neue Kamera.

Wichtig ist, dass die Versicherungsgesellschaft bei der ihr eure Technik versichern wollt, sich mit der Thematik Fotoapparate und Zubehör Versicherung richtig auskennt. Sprich, wo Fototechnik Weltweit im Einsatz sein kann und wo welche Gefahren lauern.

Versichert sind i.d.R. alle Gefahren innerhalb und außerhalb der Wohnung sowie Schäden und Verluste durch Unfall des Transportmittels, Brand, Blitz, höhere Gewalt, Explosion und Leitungswasser. Diebstahl, Einbruchdiebstahl, Beraubung, räuberische Erpressung, Bruch sowie Beschädigung. Bei der Auswahl der Versicherung ist zu prüfen, welche Gefahren exakt versichert sind. Sowie das „Kleingedruckte“ lesen.
Ihr seht, es lohnt sich ein paar Anbieter zu vergleichen. Sicher hat der Ein oder Andere von euch auch eine Fotoapparate Versicherung abgeschlossen. Schreibt uns doch welche Erfahrungen ihr damit gemacht habt.
Für jene, die sich jetzt überlegen ihre Ausrüstung zu versichern, den bringt dieser Post hoffentlich ein wenig weiter.
Zum Schluss noch ein paar Anbieter im Vergleich. Schaut euch ruhig auf deren Webseiten um und findet die für euch passende Versicherung heraus.
Wenn Ihr noch Fragen habt schreibt uns einfach.
Viele Grüße
Mario & Micha
Anbieter Vergleich:

Pergande & Pöthe
Neuwertversicherung
Beispiel für Jahresbeitrag: 2,75 % des Neuwertes bei einer Selbstbeteiligung von 50,00 Euro je Schadenfall.
Pöpping´s Fotografenversicherung
Neuwertversicherung mit Einschränkung für Geräte, deren Zeitwert unter 50% des Neuwerts sinkt. Beispiel für Jahresbeitrag: 2,5 % des Neuwertes bei einer Selbstbeteiligung von 100,00 Euro je Schadenfall.
Aktiva
Neuwertversicherung
Beispiel für Jahresbeitrag: 2,8 % des Neuwertes bei einer Selbstbeteiligung von 125,00 Euro je Schadenfall. Mehrere Alternativen je nach Höhe der Versicherungssumme mit unterschiedlichen Jahres- und Selbstbeteiligungsbeiträgen.
Andreas Matthiesen (Versicherungsmakler)
Neuwertversicherung
Beispiel für Jahresbeitrag: 2,5 % des Neuwerte keine Selbstbeteiligung, bei weiterem Schadensfall innerhalb von 3 Jahren allerdings 250,00 EUR



Sonntag, 21. August 2011

Gedanken 4: "Manuelle analoge Mittelformatfotografie ist wie das heimische zubereiten eines eigenen Rezeptes"


Hallo liebe Blogleser. Diejenigen von uns, die noch ab und zu ein Fotofachgeschäft aufsuchen, kennen die vielen kleineren und größeren Bunten Schachteln hinter der Theke, sicherlich noch. Vielen Digitalfotografen streicht beim Anblick der Kleinbildfilme und Rollfilme ein eher Nostalgischer Schauer über den Rücken. Namen wie Ilford, Fuji, Kodak oder Agfa scheinen viele neuere Fotografen nur noch aus Büchern vergangener Zeiten zu kennen.

Auch Ich stellte mir noch bis vor einiger Zeit die Frage, gerade in Bezug auf die großen 120er Rollfilme: „Wer kauft denn solche Filme heute noch?!“ Und tatsächlich verschwinden in vielen Läden diese Filme immer mehr aus dem Sortiment.

Gerade in Bezug auf meine Weiterentwicklung prägten mich vor allem Künstler neuerer Zeit, wie James Russell. Immer mehr ziehen mich aber Bilder an, die einen ganz besonderen Look haben. Farben sind anders, von EXIF´s keine Spur und vom Format auch eher Anders als man es doch gewohnt war. Nun ist die Look-Gestaltung dank Lightroom, Photoshop und Co. Kaum mehr ein Problem. Doch irgendwie erreichte ich nie die Ergebnisse die auch mein Schaffen beeinflussten.

Wie also weiterentwickeln? Fest stand schon lange, dass meine Entwicklung irgendwann mal ins Mittelformat laufen soll. Geringere Tiefenschärfe, bessere Farbdarstellung, cremigeres Bokeh, höheres Auflösungsvermögen / bessere Detailzeichnung.

Durch einen Zufall bin ich  nun im Besitz einer halbmechanischen Mittelformat-Filmkamera. Dazu 2 Objektive, ein Filmmagazin und ein Polaroid-Rückteil. Nein es ist keine Hasselblad, dafür aber eine wunderbare Mamiya RZ 67 Pro II.

Soll das nun, meine mich schon seit längerem begleitende Vollformatkamera von Canon ersetzen?

Nein, das soll sie nicht.  Nichtsdestotrotz ist es ein schon fast magisches Gefühl, wenn man dieses Meisterwerk an Konstruktion aus dem Koffer holt und seine Teile zusammenfügt. Der Blick durch den Lichtschacht, der Einblick auf die riesige Mattscheibe, fasziniert jeden Freund der Fotografie.
Statt anschalten und auf den Knopf drücken, zwingt uns der Film, der nur begrenzte Aufnahmen hat, das Bild genauer zu komponieren, sorgfältiger scharf zustellen, besser das Licht einzumessen. Kurzum: Bewusster zu fotografieren. Das Motiv rückt in den Mittelpunkt.
Dieses Mehr an Arbeit, verlangsamt die Aufnahme gewaltig, dadurch wird es aber auch entspannter. Seit dem die digitale Fotografie sich durchgesetzt hat, verlangen auch viele Kunden sofort ein Ergebnis, was natürlich auch mal gegen diese Art der Fotografie spricht. Und ein Digitales Rückenteil; machen wir uns nix vor braucht der Foto-Enthusiast nicht, da er selten so große Abzüge macht, für das ein solches Back ausgelegt ist. Mal ganz abgesehen von den Kosten, die es bis jetzt auch nur ausgewählten Berufsfotografen der Werbebranche möglich machen, sich so etwas zuzulegen.

Filmfotografie, ins besondere die manuelle analoge Mittelformatfotografie ist wie das heimische zubereiten eines eigenen Rezeptes.
Natürlich kann man sich ein fertiges Essen kaufen, aber ein Gutes Essen fängt mit dem sorgfältigen auswählen der Zutaten an. Eben genau das geht meiner Einschätzung nach, mit dem digitalen Fotografieren ein Stück weit verloren. 
Der Weg zum Ziel ist bei einer analogen Mittelformatkamera um einiges länger und auch mühseliger, vor allem aber auch um einiges teurer. Aber das Ergebnis ist viel persönlicher und das Gefühl, wenn man alle Zutaten richtig komponiert hat, ist einfach magnifique. Die Genugtuung wird letztendlich viel mehr befriedigt, zumindest ist es bei mir so.

Und genau eine dieser wichtigen Zutaten ist bei meiner Mamiya, aber auch bei anderen Mittelformatsystemen der Rollfilm. Die Frage also wer solche Filme heute noch kauft, kann ich mir zumindest heute so beantworten. Es sind Fotografen, die etwas besonderes suchen, ihre Bilder anders komponieren, die Spaß an eigener Entwicklung haben, die ihre Fotografie entschleunigen wollen. Oder einfach nur Anhänger analoger Fotografie auf der Suche  nach bestmöglicher Bildqualität.

Welche Erfahrung habt ihr mit Rollfilmen? Kauft Ihr noch welche wie Wir? Habt Ihr Lieblingsfilme? 

Viele Grüße,
Micha